Warum Nuvola
Das Lesen von Produktetiketten oder das Scannen mit Apps wie Yuka oder INCI Beauty kann schnell überwältigend werden. Die Inhaltsstoffnamen sind lang, die Bewertungen oft verwirrend, und manchmal ist es schwer zu erkennen, worauf es wirklich ankommt.
Genau deshalb folge ich, Anna – Gründerin von Nuvola – nicht einfach vagen „Clean Beauty“-Trends, die, ehrlich gesagt, je nach Perspektive ganz Unterschiedliches bedeuten können. Stattdessen kuratiere ich die Produkte nach dem COSMOS-Standard, einer etablierten Zertifizierung, die ausschließlich Inhaltsstoffe zulässt, die nachweislich sicher für Mensch und Umwelt sind.

Apps wie Yuka können hilfreich sein, aber sie vereinfachen oft sehr komplexe Zusammenhänge.
Zum Beispiel werden ätherische Öle (und ihre Derivate) manchmal als problematisch eingestuft, weil sie für manche Menschen allergen sein können – nicht, weil sie grundsätzlich unsicher sind. Ähnlich ist es mit Inhaltsstoffen wie Sodium Lauryl Sulphate in Shampoos: Ja, es ist ein Sulfat, aber wenn es aus natürlichen Quellen stammt und mit milden Inhaltsstoffen wie Betain kombiniert wird, kann es sehr gut funktionieren – besonders bei fettiger Kopfhaut. Es ist ein bisschen wie mit Chili im Essen: Zu viel ist aggressiv, aber in der richtigen Dosierung genau das, was es braucht.
So betrachte ich auch kosmetische Formulierungen: Es geht um Balance, um Intention und um wirksame Aktivstoffe. Dennoch gibt es bestimmte Inhaltsstoffe, die ich grundsätzlich ausschließe – entweder weil sie unserer Gesundheit schaden, der Umwelt oder häufig beidem.

Was Sie bei Nuvola nicht finden (und warum)
Sulfate (SLS, SLES)
Was ich vermeide:
- Ammonium Lauryl Sulfate
- Sodium Laureth Sulfate
- Synthetisches Sodium Lauryl Sulfate
Diese Schaumbildner sind einfach zu aggressiv. Mit der Zeit können sie die Haut (oder Kopfhaut) austrocknen und die schützende Lipidbarriere schwächen. Allerdings sind nicht alle Sulfate gleich: Coco-Sulfate und Sodium Lauryl Sulfate aus natürlichen Quellen werden vom COSMOS-Standard erlaubt und können sogar einer fettigen Haut die gründliche Reinigung geben, die sie braucht.
Kationische Polymere
Was ich vermeide:
- Polyquaternium-7, -10, -37,
- Quaternium-91
Diese Inhaltsstoffe kommen häufig in semi-natürlichen oder sogenannten „professionellen“ Haarpflegeprodukten vor. Sie glätten und pflegen zwar, haben aber einen ernsthaften Nachteil: Sie verschmutzen Gewässer und schaden kleinen Meerestieren, die wichtige Teile empfindlicher Nahrungsketten sind – ähnlich wie Silikone. Am Ende ist der Nutzen den Preis einfach nicht wert.
PEGs & Ethoxylierte Inhaltsstoffe
Was ich vermeide:
- PEGs (Polyethylene Glycols)
- Laureth-7, Ceteareth-12, Oleth-20, Isoceteth-20
- Polysorbates
PEGs gelten an sich nicht als toxisch, aber das Problem liegt in ihrer Herstellung. Sie können mit 1,4-Dioxan und Ethylenoxid verunreinigt sein, die beide als krebserregend gelten. Zudem wirken PEGs als Penetrationsverstärker: Werden sie mit schädlichen Inhaltsstoffen kombiniert, nimmt die Haut mehr von diesen auf. Langfristig können sie außerdem die Hautbarriere schwächen und die Haut anfälliger machen.
Mineralöl & Erdöl-Nebenprodukte
Was ich vermeide:
- Mineralöl
- Petrolatum
- Paraffinum Liquidum
- Mikrocrystalline Wax
- Ceresin
- Vaseline (ja, genau die Vaseline aus der Apotheke!)
- Ozokerit
Diese Inhaltsstoffe sind günstige Okklusiva (abdichtende Stoffe). Werden sie nicht ausreichend gereinigt, können sie MOAHs (mineralische aromatische Kohlenwasserstoffe) enthalten, die als krebserregend gelten. Anders als pflanzliche Buttern oder Wachse, die die Haut wirklich nähren, bilden mineralische Okklusiva nur eine oberflächliche Schutzschicht. Diese kann zwar kurzfristig beruhigend wirken, aber sobald sie abgewaschen wird, verschwindet auch der Schutz wieder.

Günstige synthetische Konservierungsstoffe und andere Zusatzstoffe
Was ich vermeide:
- Phenoxyethanol (unter Einschränkungen erlaubt)
- Methylchloroisothiazolinon / Methylisothiazolinon (Kathon)
- DEA (in der EU verboten)
- TEA & MEA (eingeschränkt)
- BHT & BHA (unter Einschränkungen erlaubt)
- EDTA (kein Konservierungsstoff, wird aber oft damit kombiniert)
Auch wenn einige dieser Inhaltsstoffe technisch legal in niedrigen Dosen sind, bedeutet das nicht, dass sie sanft oder gut für Ihre Haut sind. Sie werden oft verwendet, weil sie günstig und wirksam gegen eine breite Palette von Bakterien, Pilzen und Hefen sind. Gleichzeitig bergen sie jedoch ein höheres Risiko für Reizungen – besonders bei Kindern, reifer Haut oder bei Menschen mit empfindlicher oder geschwächter Hautbarriere.
Für mich persönlich gibt es deutlich bessere und sicherere Alternativen, weshalb ich mich ausschließlich für diese entscheide.
Mikroplastik
Was ich vermeide:
- Acrylates Copolymer (AC)
- Acrylates Crosspolymer (ACS)
- Polyamide (PA, Nylon)
- Polyacrylate (PA)
- Polymethylmethacrylate (PMMA)
- Polyquaternium-7
- Polyethylen (PE)
- Polyethylenterephthalat (PET)
- Polypropylen (PP)
- Polystyrol (PS)
- Polyurethan (PUR)
Diese Stoffe werden oft zugesetzt, um die Textur zu verbessern oder ein „seidiges“ Hautgefühl zu erzeugen. Sie bauen sich jedoch nicht ab und verschmutzen die Gewässer. Mikroplastik – insbesondere sogenannte flüssige Mikroplastikpartikel, die mit bloßem Auge unsichtbar sind – ist stark mit Wasserverschmutzung verbunden. Es sammelt sich in Flüssen, Seen und Ozeanen, bindet andere Schadstoffe und kann, wenn kleine Wasserorganismen es aufnehmen, die Chemikalien die Nahrungskette hinauf bis zu größeren Tieren und schließlich auch zum Menschen weitergeben.
Formaldehyd & formaldehydabgebende Konservierungsstoffe
Was ich vermeide:
- DMDM Hydantoin
- Diazolidinyl Urea, Imidazolidinyl Urea
- Quaternium-15
- Bronopol, Bronidox
- Sodium Hydroxymethylglycinate
- Methenamin, Hydantoin
Diese Inhaltsstoffe setzen langsam Formaldehyd frei, das sowohl als bekanntes Allergen als auch als krebserregend gilt. Auch wenn sie technisch „zugelassen“ sind, vermeide ich sie.
Chemische UV-Filter
Ich verwende nur mineralische UV-Filter, wie Zinkoxid und Titandioxid – einschließlich Nanoformen, die mittlerweile nach COSMOS-Standards erlaubt sind. Diese Filter gelten als sicher, ungiftig und reef-friendly. Ältere chemische Filter stehen hingegen oft im Verdacht, hormonelle Störungen oder reproduktive Schäden zu verursachen. Die sogenannten „neuen Generationen“ chemischer Filter sind noch zu wenig erforscht, weshalb sie nicht im Nuvola-Sortiment zu finden sind.

Talk
Talk ist ein natürliches Mineral, kann aber bei unsachgemäßer Verarbeitung Asbest enthalten, das als krebserregend gilt. Ich verzichte vollständig darauf, insbesondere in pudrigen Make-up-Produkten oder allem, was eingeatmet oder in der Nähe von Schleimhäuten angewendet werden könnte.
Synthetische Farbstoffe und Pigmente
CI11680 (Gelb), CI15800 (Red 7 Lake), CI24790 und viele weitere. Synthetische Farbstoffe werden aus Teer oder Erdöl gewonnen. Einige können sich im Körper anreichern oder aromatische Amine freisetzen, die mit Krebs und anderen gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht werden. Natürliche Mineralpigmente und pflanzliche Farben sind eine sichere und schöne Alternative.
Parabene
Methylparaben, Propylparaben und andere Inhaltsstoffe, die auf „-paraben“ enden. Diese Konservierungsstoffe wirken hormonell und werden mit reproduktiven Problemen und Brustkrebs in Verbindung gebracht.
Phthalate
Was ich vermeide:
- DEP
- DBP
- DEHP
Phthalate sind oft unter „Duftstoff“ in Parfums und Kerzen versteckt oder werden in Nagellacken verwendet. Sie stehen im Verdacht, hormonelle Störungen und Entwicklungsprobleme zu verursachen. Ich arbeite ausschließlich mit Marken, die vollständig transparent über ihre Duftkompositionen sind oder nachweisen können, dass sie phthalatfrei sind.
Clean Beauty, sicher, nachhaltig und transparent
Diese Liste zeigt nicht nur, was ich vermeide – sie spiegelt auch meine Philosophie wider: bessere und wirksame Inhaltsstoffe = bessere Gesundheit und bessere Entscheidungen für unseren Planeten. Jedes Produkt in meinem Sortiment entspricht diesen Standards, weil Sie vollständige Transparenz und echtes Vertrauen verdienen.

