Wenn du auf natürliche Hautpflege stehst, hast du wahrscheinlich schon von der Yuka-App gehört – oder nutzt sie bereits. Und vielleicht ist dir aufgefallen, dass sie ein bisschen überfordernd sein kann: Sie markiert bestimmte Inhaltsstoffe und schickt Warnungen, die nicht immer die ganze Geschichte erzählen. Was ist also das Problem mit der Yuka-App?
Bevor wir da tiefer einsteigen, treten wir einen Schritt zurück. In jeder Branche – ob Buchhaltung, Personalwesen oder Einkauf – gibt es feste Standards. Diese Standards existieren, damit Unternehmen, Fachleute und Freelancer nach bewährten Praktiken arbeiten, statt zu improvisieren – und wir Produkte und Dienstleistungen bekommen, denen wir vertrauen können.
Das gleiche Prinzip gilt für Clean Beauty.
Die Standards hinter Clean Beauty
„Clean Beauty“ hat vielleicht keine eindeutige Definition – ähnlich wie das Wort „natürlich“. Aber unabhängige Organisationen wie COSMOS, Cosmebio und die Soil Association, die Produkte als natürlich oder biologisch zertifizieren, haben strenge Standards geschaffen, die helfen zu definieren, was gut (und was weniger gut) für deine Haut ist.
Diese Standards leisten zwei zentrale Dinge:
- Sie legen fest, welche Inhaltsstoffe erlaubt sind – auf Basis wissenschaftlicher Forschung und eines Vorsorgeprinzips, das alles potenziell Giftige verbietet.
- Sie geben Marken eine Orientierung, um Produkte zu formulieren, die sicher, nachhaltig und branchenweit einheitlich sind.
Für Verbraucher*innen sind diese Zertifizierungen ein verlässlicher Anhaltspunkt. Logos wie COSMOS, Soil Association oder Cosmebio auf der Verpackung bedeuten, dass das Produkt strenge Kriterien für Sicherheit, Transparenz und Umweltverantwortung erfüllt hat.
Mit anderen Worten: Diese Standards nehmen das Rätselraten aus Clean Beauty heraus – für die Marken, die die Produkte herstellen, und für die Menschen, die sie kaufen.
Wann die Yuka-App nicht ausreicht
Yuka ist eine beliebte App mit guten Absichten: Sie hilft Kund*innen, informierte Entscheidungen zu treffen, indem sie sich auf offizielle Regulierungsbehörden wie den EU-Ausschuss für Verbrauchersicherheit oder die Europäische Chemikalienagentur bezieht, die festlegen, welche Inhaltsstoffe in welchen Konzentrationen gesetzlich erlaubt sind. Das ist besonders hilfreich, wenn du ein Produkt aus einem Land scannst, das sich nicht an die EU-Vorschriften hält.
Rechtliche EU-Konformität ist jedoch nicht immer gleichbedeutend mit Clean Beauty. Vorschriften sind oft langsam und konservativ und brauchen Jahre, um bestimmte schädliche Inhaltsstoffe zu verbieten. Deshalb können konventionelle Marken weiterhin Dinge wie Mineralöle, Silikone und chemische UV-Filter verwenden – und Yuka markiert sie nicht unbedingt.
Stattdessen konzentriert sich Yuka eher auf Hautreizstoffe und Allergene. Das ist einerseits hilfreich, weil viele hautreizende Inhaltsstoffe wie SLS (Sodium Laureth Sulfate) oder Phenoxyethanol (ein Konservierungsmittel) in der Naturkosmetik verboten sind. Andererseits gibt Yuka Inhaltsstoffen wie ätherischen Ölen oft niedrige Bewertungen, die für manche Menschen Allergene sein können, für die meisten aber völlig unbedenklich (und wohltuend) sind.
Yuka ist also für Menschen mit Allergien nützlich, hilft aber nicht immer denjenigen, die potenziell schädliche oder nicht „saubere“ Inhaltsstoffe vermeiden möchten.
Eine bessere Alternative: die INCI-Beauty-App
Wenn wirklich saubere, zertifizierte Hautpflege deine Priorität ist, ist die INCI-Beauty-App das bessere Werkzeug. Sie nutzt den COSMOS-Rahmen und richtet ihre Bewertungen an unabhängigen Natur- und Bio-Zertifizierungen aus – nicht nur an dem, was gesetzlich erlaubt ist.
Das bedeutet, du kannst darauf vertrauen, dass die Produkte, die du wählst, die höchsten Standards für Sicherheit, Nachhaltigkeit und Transparenz erfüllen.
Kannst du diese Apps auch ganz weglassen?
Apps sind hilfreich, aber du brauchst sie nicht immer. Ein einfacher Weg, mit gutem Gewissen einzukaufen, ist, direkt auf der Verpackung nach vertrauenswürdigen Zertifizierungen zu suchen, wie zum Beispiel:
- COSMOS – zertifizierte Natur- und Biokosmetik
- Soil Association – britischer Bio-Standard
- Cosmebio – französische Natur- und Bio-Zertifizierung
- NaTrue – internationaler Natur- und Bio-Standard
- Demeter – biodynamische Inhaltsstoffe für Hautpflege
- ECOCERT – weithin anerkannte europäische Zertifizierung
- BDIH – einer der etabliertesten deutschen Standards für Naturkosmetik
Diese Zertifizierungen sind eine Abkürzung zu Vertrauen und helfen dir, wirklich saubere Produkte zu erkennen, ohne dich allein auf Apps zu verlassen.
Fazit
Sich in der Welt der Clean Beauty zurechtzufinden, kann kompliziert wirken – aber es gibt unabhängige Standards, die sowohl Marken als auch Verbraucher*innen als Orientierung dienen. Apps wie Yuka können hilfreich sein, markieren aber nicht immer die Inhaltsstoffe, die Clean-Beauty-Zertifizierungen verbieten.
Zum Glück sind viele Marken von COSMOS, Cosmebio, Soil Association oder BDIH zertifiziert – so kannst du sicher sein, dass die Produkte, die du wählst, wirklich sicher, nachhaltig und sauber sind.
